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Aroma-KnowHow – Achtsamer, nachhaltiger Umgang mit ätherischen Ölen


Seit ich die Ausbildung zur Aromatherapeutin SfA im 2016 beendet habe, erlebt die Arbeit mit ätherischen Ölen einen regelrechten Boom. Da wird mit Hochglanzmagazinen, dubiosen Labels und haarsträubenden Versprechen geworben.

Dabei kann leicht vergessen gehen, dass es sich bei der Aromatherapie um einen jahrtausendealten Teilbereich der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) handelt, der sich die hochkomplexen Wirkstoffgemische aus der Natur zu Nutze macht. Die Natur jedoch braucht keine hochtrabenden Werbeversprechen und Slogans. Sie IST einfach und sie wirkt ganzheitlich auf den Menschen ein. Was sie jedoch dringend braucht, ist Schutz und ein achtsamer Umgang. Als Aromatherapeutin und Masseurin nehme ich meine diesbezügliche Verantwortung sehr ernst. Meine fetten Pflanzenöle und ätherischen Öle beziehe ich ausschliesslich bei Lieferanten, für die Nachhaltigkeit, biologische Landwirtschaft und ethische Aspekte nicht bloss Werbeversprechen sind. Die Lieferanten meines Vertrauens leben diese Werte in ihrem Geschäftsalltag.


Mir ist es ein grosses Anliegen, den wertschätzenden, sorgfältigen Umgang mit ätherischen Ölen zu fördern.


Beginnen wir heute mit den Basics:


Was ist ein ätherisches Öl?


Ätherische Öle sind leicht flüchtige (ätherisch = Ether), fettlösliche, organische Stoffgemische. Sie werden von der Pflanze zum Beispiel als Schutz vor Frassfeinden, UV-Strahlen oder Pilzerkrankungen, sowie zur Anlockung von Bienen und zur Kommunikation untereinander gebildet. Sie sind hochkonzentrierte, kostbare Vielstoffgemische, die wir uns in der Aromatherapie zu Nutze machen, um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auf vielfältigste Weise positiv zu beeinflussen. Die winzigen Moleküle der duften Helferchen gelangen über den Geruchssinn direkt in den ältesten Teil unseres Gehirns, limbisches System genannt. In diesem Hirnareal werden Gefühle, Emotionen, Instinkte und Triebe verarbeitet. Dies erklärt, warum die Aromatherapie wunderbar auf unser seelisches Wohlbefinden einwirken kann. Mit vielen Düften verbinden wir (bewusst oder unbewusst) angenehme oder auch weniger angenehme Erinnerungen. Oft sind es diese Erinnerungen, die entscheiden, ob wir einen Duft mögen oder ihn eher ablehnen.


Wie wird ein ätherisches Öl hergestellt?

Vor allem die ätherischen Öle von Zitrusfrüchten werden durch Kaltpressung gewonnen. Wenn Sie eine Orangen- oder Mandarinenschale zusammendrücken, riechen Sie bereits das fein duftende ätherische Öl. Für die Gewinnung grösserer Mengen ätherischen Öls werden die Schalen zerkleinert und mit Wasser in einer Schältrommel abgerieben. Bei dieser Herstellungsweise verbleiben kleine Restbestände von Wachsen und Farbstoffen im ätherischen Öl. Deshalb sind Zitrusöle oft nicht ganz klar, sondern leicht gelblich.


Die meisten anderen ätherischen Öle werden durch Wasserdampf-Destillation gewonnen. Hierfür wird das Pflanzenmaterial in Wasserdampf aufgequollen. Dadurch werden die ätherischen Öle freigesetzt. Sie steigen mit dem Dampf nach oben, wo sie wieder abgekühlt werden. Das Wasser-Öl-Gemisch fliesst dann in ein Auffanggefäss. Weil das ätherische Öl leichter als Wasser ist, kann es da abgeschöpft werden. Im wässrigen Anteil, Hydrolat genannt, verbleibt ein geringer Anteil der ätherischen Öle und viele wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe. Deshalb werden auch Hydrolate in der Aromatherapie gerne und oft genutzt. Sie bieten eine sanfte, haut- und schleimhautfreundliche Therapiealternative oder -unterstützung.



Bild-Quelle: Wikipedia


Einige ätherische Öle werden auch durch Wasserdestillation gewonnen. Hier liegt das Pflanzenmaterial direkt im erhitzten Wasser, und nicht in einem Sieb darüber.

Für eine gute Qualität des Ausgangsproduktes ist es unabdingbar, dass bei der Destillation genügend Zeit gelassen wird. Nur so ist sichergestellt, dass alle Komponenten gewonnen werden. Der Druck in der Destille sollte so gering wie möglich gehalten werden und Auszugshilfsmittel haben bei einer natürlichen Destillation nichts zu suchen.


Um 1g Lavendelöl herzustellen benötigen wir ca. 130g Lavendelblüten, für 1g Rosenöl werden bis zu 5kg (!) Rosenblüten destilliert und bei der Zitronenmelisse benötigen wir gar 7kg, um 1g ätherisches Öl zu erhalten. Dies zeigt sehr eindrücklich auf, in welchen Verdünnungen die kostbaren Essenzen in der Pflanze selber wirken und wie kostbar ein kleines Fläschchen ätherisches Öl ist.


In einem meiner nächsten Beiträgen werde ich deshalb auf die Verdünnung bei der Anwendung eingehen. In der Aromatherapie gilt nämlich: Weniger reicht völlig aus.



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